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Unter dem Motto "Dranbleiben - Frauen wollen den Atomausstieg" hat genanet 2008 Frauen dazu aufgerufen, uns ihre Stellungnahmen zur Diskussion über den Aussteig aus dem Atomausstieg zu schicken. Die Ergebnisse können Sie hier nachlesen.


DRANBLEIBEN! FRAUEN WOLLEN DEN ATOMAUSSTIEG!

Beschluss des Bundesfrauenrates von Bündnis 90/Die Grünen vom 2. September 2008

"Der Bundesfrauenrat von Bündnis 90/Die Grünen tritt entschieden für den schnellstmöglichen Ausstieg aus der Atomkraft ein. Atomkraft ist lebensgefährlich, wurde millionenschwer subventioniert und birgt auch für die kommenden Generationen unkalkulierbare Risiken. Hinzu kommt die völlig ungeklärte Endlagerproblematik sowie die Gefahr von möglichen Angriffen auf Atomkraftwerke durch Terroristen. Klar ist auch: der Rohstoff Uran ist ebenfalls endlich und seine Gewinnung hat tödliche Folgen für Mensch und Natur. Weiterhin gilt: je weniger AKWs weltweit in Betrieb sind, desto geringer ist die Gefahr, dass nukleares Material zu Kriegszwecken missbraucht wird oder in terroristische Hände fällt. Für uns steht fest: Einen Wiedereinstieg in die Atomkraft darf es nicht geben! Der Bundesfrauenrat ruft alle dazu auf, sich an den Protesten und gewaltfreien Blockaden des für November geplanten Atomtransport nach Gorleben zu beteiligen."

 

Frauen helfen Frauen Köln e.V.

"Wir fordern, dass die Vereinbarung zum Atomausstieg beibehalten und konsequent durchgesetzt werden muss! Es gibt genügend Studien, die belegen, dass es möglich ist die Energieversorgung aus umweltfreundlichen Energiequellen zu realisieren, die kostengünstiger, risikoärmer und vor allem regenerativ sind. Die Gefährdung der Atomenergie durch Betrieb, Endlagerung und Verseuchung der Abbaugebiete ist unseres Erachtens nicht länger verantwortbar, weder für jetzige noch für zukünftige Generationen."

 

Dr. Helene Eggert, 5 Kinder, 4 Enkel (vielleicht auch wegen der gefährdeten Zukunft)

"Die Pläne des Wirtschafts-Ministeriums, die Mindestlaufzeiten der AKWs auf 40 Jahre zu verlängern sind, wie wir alle wissen, ökologisch und gesellschaftspolitisch hochgradig verantwortungslos, fördern einzig die Milliardengewinne der Energiekonzerne, produzieren nicht beherrschbare Entsorgungsprobleme, binden öffentliche Gelder, die für die Aktivierung der erneuerbaren Energien bereitgetellt werden müssen, bedrohen somit nachfolgende Generationen u.a.m.. Minister Glos zeigt sich als Atomlobbyist. Frau Merkel, deshalb muss zum mindesten der Koalitionsvertrag eingehalten werden."

 

Christina Lipps, attac Baden-Baden/GEW

"Auch wenn ich keiner Frauenorganisation angehöre, deren Ablehnung ich hier erklären und begründen könnte, möchte ich mich selbst als Frau und Mensch zum Thema Atomkraft äußern: Ich lehne die Atomkraft strikt ab! Sie ist weder billig noch sicher noch umweltfreundlich. Alle Argumente, die das begründen und belegen, sind x-mal veröffentlicht worden. Alle neuen Störfälle belegen die Unsicherheit und sind von daher geradezu "willlkommen". Ich weiß, dass trotz der Bekanntheit der Gefahren der Atomkraft das mediale Trommelfeuer und die Propagandawelle von Betreibern und Politikern die Menschen verunsichern, weil sie glauben wollen, es gebe eine billige Energiequelle. Deshalb wird es nötig sein, in der kommenden Wahlkampfzeit viel Überzeugungsarbeit zu leisten - für erneuerbare Energien und gegen die Atomkraft!"

 

Karin Becker, Gemeinderätin der Frauenliste Wiesloch, www.frauenliste.de

"Jeder kommunalen Verwaltung obliegt die Verpflichtung, Schaden vom Volk, von der Kommune, abzuwenden. Zu den Pflichten jeder Kommune gehört u.a. auch ein realistischer Katastrophenplan bei Kernkraft-Unfällen. Für das Kernkraftwerk Philippsburg im Rhein-Neckar-Kreis wurde im Herbst 2007 ein aktualisierter Katastrophenplan erstellt, der vorsieht, dass lediglich in einem Umkreis von 8 km um das Kernkraftwerk evakuiert wird. Dies entspricht überhaupt nicht den Erkenntnissen nach Tschernobyl! Deshalb ist jede Kommune im Rhein-Neckar-Kreis nach ordentlicher Prüfung dieser Pläne gesetzlich dazu verpflichtet, gegen solch unrealistische Katastrophenpläne Einspruch bei den entsprechenden Regierungsstellen zu erheben."

 

Helga Rief, arbeite nur mit Frauen (www.hamamberlin.de), drei Söhne, eine Enkelin (diese Zahl kann sich aber trotz problematischer Gegenwart und gefährlichen Zukunftsperspektiven noch erhöhen)

„Der Atomausstieg muss durchgesetzt werden. Leider kann diese Forderung nur politisch gegen die wirtschaftlichen Interessen der Atomlobby durchgesetzt werden. Endlich müssen umweltfreundliche und damit zukunftsweisende Energiekonzepte stärker gefördert werden, um ihre Position am Markt zu stärken. Die Folgekosten der Atomenergie werden ja leider bisher nicht in die Kalkulation einbezogen.“

 

Barbara Petersen, 39 Jahre, zwei Kinder (7 und 5 Jahre alt), beruflich tätig als Gleichstellungsbeauftragte des Bundesamtes für Naturschutz

"Weder in meiner beruflichen Funktion noch im Namen einer Frauenorganisation sondern als betroffene Bürgerin appelliere ich an alle politischen EntscheidungsträgerInnen am Atomausstieg festzuhalten! Die Risiken und Gefahren dieser Technologie sind einfach zu hoch um von irgend jemandem verantwortet werden zu können. Und nicht zuletzt Asse lehrt uns, dass eine gefahrlose Zwischen- oder Endlagerung eine Illusion ist und bleibt."

 

Karen Haltaufderheide, grüne Fraktionssprecherin Wetter (Ruhr), Sprecherin Grüne LAG Soziales NRW, besorgte Mutter und Großmutter

"Danke für diesen Aufruf! Ich schließe mich ausdrücklich der Stellungnahme des Bundesfrauenrates von Bündnis 90/Die Grünen an und hoffe, dass sehr viele Menschen, die bisher zustimmend aber passiv zugesehen haben, wie gegen Atomkraftwerke, Endlager und Transporte demonstriert wurde, jetzt auch aktiv werden und z.B. im November gegen den Transport nach Gorleben demonstrieren. Es darf keine Renaissance der Atomkraft und schon gar nicht unter dem falschen Deckmantel des Klimaschutzes geben!"