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Gender | Umwelt | Nachhaltigkeit

 

Aktionen von „Frauen gegen Atomenergie“

 

Das Projekt Frauen aktiv gegen Atomenergie hat verschiedene Aktivitäten erprobt, um Frauen im Widerstand gegen Atomenergie sichtbar zu machen und ihnen konkrete Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen und anzubieten. Einige Beispiele und unsere Erfahrungen damit werden hier vorgestellt um interessierten Gruppen und Einzelpersonen, die zu ähnlichen Themen arbeiten Ideen, Anregungen und Tipps für eigene Aktionen zu geben. Aktionsmöglichkeiten gibt es zu Beispiel auf Demos, zum Thema Stromwechsel, zum internationalen Frauentag, bei Infoständen und bei weiteren Veranstaltungen.

 

1. Auf Demos

 

Frauenblock organisieren

Auf großen Anti-Atom-Demos oder anderen großen Protestveranstaltungen bietet die Organisation eines Frauenblocks die Möglichkeit einerseits Frauen besonders sichtbar zu machen und so andererseits auch andere Frauen zu ermuntern aktiv zu werden.

Für die Organisation sind folge

  • Kontakt mit den VeranstalterInnen aufnehmen und die Planung eines Frauenblocks ankündigen
  • Motto und Rahmenbedingungen für den Block festlegen (wer? Warum? Mit welchem Ziel?)
  • Treffpunkt vor der Demo und auffindbare Position in der Demo festlegen
  • Wiedererkennbares Motto oder Plakat entwickeln, das zur Orientierung dienen kann
  •  Aufruf/Einladung formulieren
  • Verteiler erstellen (Frauengruppen, Fraueninformationsmedien, Frauenbeauftragte, Frauenorte, Internetforen, Frauenblogs, Mailinglisten)
  • Aufruf verteilen (im Internet, per Email und in Papierform an Frauenorten und bei Frauenorganisationen…)
  • Plakat oder Banner mit dem Motto drucken lassen oder malen
  • Presse informieren
  • Anfragen beantworten
  • Frühzeitig am Treffpunkt sein und für einen gut sichtbaren Standpunkt sorgen und Plakate und Banner gut sichtbar aufstellen

 

Der finanzielle Aufwand für diese Aktion ist relativ gering, lediglich für das Drucken von Flyer oder Aufrufen und die Herstellung von Bannern und Plakaten fallen Kosten an, diese könnnen aber je nach Größe, Menge und Material auch höher werden (s.u.).

Der Organisationsaufwand besteht hauptsächlich in der Moblisierungsarbeit. Aufrufe müssen formuliert und verteilt, Flyer entwickelt und gedruckt werden.

Zusätzlich fallen noch einige organisatorische Aufgaben wie die Absprache mit der Demoorganisation und die Auswahl der Treffpunkte und Standorte an.

Fazit:: Mit zwar recht viel Zeitaufwand aber wenig finanziellem Aufwand können Frauenpositionen sichtbar gemacht werden und die Vernetzung unter den Frauen gefördert werden.

 

Plakate, Banner oder T-Shirts entwerfen

Um auf der Demo Sichtbarkeit für das eigene Anliegen zu erreichen und die eigene Botschaft zu vermitteln, eignen sich einheitliche T-Shirts, Banner, Plakate oder Plakatserien, die sich von der Masse abheben und eine Wiedererkennungswert haben. Besonders erfolgreich war eine von uns entwickelte Abwandlung des „We can do it“-Motivs [Bild einfügen], das in mehrfacher Ausführung gedruckt wurde. Durch die Abwandlung eines bekannten Motivs, seinen kämpferischen Charakter und die originelle Verwendung war dieses Plakat ein beliebtes Fotomotiv für Presse und andere DemoteilnehmerInnen und fiel besonders auf. Verstärkt wird die Wirkung, wenn das gleiche Plakat in mehrfacher Ausführung zu sehen ist.

Folgende Schritte sind bei der Planung und Durchführung hilfreich:

  • Klären, welche Botschaft vermittelt werden soll
  • Klären, wie der Zusammenhang von Frauen und Atomenergie dargestellt werden kann
  • Durch Brainstorming Ideen für das Motiv sammeln und nach Kriterien (wie Umsetzbarkeit, Kostenfaktor etc.) eine Idee auswählen, entscheiden, ob ein festes Plakat oder ein Banner entstehen soll
  • Motive suchen/entwerfen und einen Plakatentwurf erstellen
  • die Plakate selber malen oder eine Datei mit dem Motiv erstellen und bei einer Druckerei in Auftrag geben
  • T-Shirt-Motivdateien erstellen und den Druck in Auftrag geben
  • Plakate auf Pappe kleben und an gut tragbaren Stöcken befestigen oder Stoffbahnen an Stöcken befestigen
  • Mittragende bzw. T-Shirt-Trägerinnen organisieren
  • Transport der Plakate zum Demonstrationsort organisieren
  • Für Dokumentation durch Fotos oder Videos  sorgen
  • Fotos und/oder Videos veröffentlichen, z.B. auf der eigenen Homepage

 

Der finanzielle Aufwand für die Aktion hängt von der  gewählten Plakatform oder T-Shirt-Bedruckung ab. Farbdrucke sind wesentlich teurer, fallen aber auch mehr auf. Des Weiteren fallen noch Kosten für das Material an, die hängen auch davon ab, welche Form und welches Material gewählt wird. T-Shirts und Bannerstoffe können teuer sein und wenn Bio-Stoffe und fair gehandelte T-Shirts gekauft werden, ist da noch mal teurer.

Der Organisationsaufwand ist relativ gering, vor allem muss die gestalterische Umsetzung geleistet werden. Voraussetzung für den Erfolg der Aktion sind genügend Teilnehmerinnen zum Tragen der Plakate und T-Shirts, daher sollte der Mobilisierung ein großer Stellenwert zugeschrieben werden.

Fazit:  Um Auf das eigene Projekt oder Anliegen aufmerksam zu machen ist diese Mittel sehr geeignet. Wichtig ist eine originelle und auffällige Idee.

 

 

2. Stromwechselaktionen

 

Aufgabenheft für Ökostormaktivistinnen

Um Frauen, die im Bereich Ökostrom aktiv werden wollen, Handlungsmöglichkeiten zu bieten, die auch „in die Hand genommen“ werden und eigenständig durchgeführt werden können, haben wir ein Aufgabenheft entwickelt, das in kleinen Schritten verschiedene Aktionsmöglichkeiten eröffnet. Folgendes Vorgehen war dabei hilfreich:

  • Ziel des Heftes festlegen
  • Format festlegen
  • Aufgabenideen sammeln
  • Ideen auswählen und Aufgaben formulieren
  • Durchführbarkeit und Verständlichkeit der Aufgaben prüfen
  • Feedbackfragen und Feedbackmöglichkeiten entwickeln
  • Layoutvorstellungen entwickeln
  • Text an die Layoutrahmenbedingungen anpassen
  • Layout in Auftrag geben/erstellen
  • Layout prüfen
  • Möglichkeiten zur Verteilung recherchieren und abschätzen
  • Drucken
  • Verteilung des Heftes organisieren (Auslagen, Versand, Bestellmöglichkeiten)
  • Presse informieren

 

Der finanzielle Aufwand ist relativ hoch, da für ein Heft erhebliche Druckkosten entstehen, diese hängen natürlich auch von der Auflage ab. Zusätzlich fallen für den der Versand der Hefte Portokosten an. Ein professionelles Layout kostet ebenfalls recht viel.

Ebenfalls ist der Organisationsaufwand hoch, da der Text in Form von verständlichen und durchführbaren Aufgaben geschrieben und überprüft werden muss, das Layout organisiert, entwickelt und die Verteilung organisiert werden muss.

Fazit:

 

Zur Stromwechselwoche: Wundertüten

Im Rahmen einer vom Bündnis Atomausstieg selber machen initiierten Stromwechselwoche hat das Projekt Frauen aktiv gegen Atomenergie „Wundertüten für Sonnenanbeterinnen“ entwickelt, um auf eine ungewöhnliche Art und Weise über Ökostrom und die Wechselmöglichkeiten zu informieren. Die Tüten enthielten Informationsmaterialien und eine kleine Süßigkeit für die Neugierigen. Schritte:

  • Klären welche Inhalte vermittelt werden sollen
  • Idee entwickeln und Texte formulieren
  • Außengestaltung der Wundertüte entwickeln
  • Inhaltsmaterialien erstellen
  • Kleine „Überraschungen“ sie Anti-Atom-Bonbons, Spielzeuge oder Gummibärchen auswählen
  • „Tüten“ besorgen, z.B. Briefumschläge im Format C5
  • Tüten bedrucken
  • Tüten packen
  • Verteilungsmöglichkeiten planen
  • Tüten verteilen

 

Der finanzielle Aufwand für die Wundertüten ist je nach Auflage unterschiedlich, wenn die Gestaltungen einfach gehalten wird, allerdings nicht sehr teuer. Kosten verursachen auch die kleinen „Überraschungen“ für die Wundertüten, diese können aber durch Bestellung von großen Mengen als „Werbeartikel“ wie z.B. Spielzeuge oder Gummibärchenrelativ gering gehalten werden.

Der Organisationsaufwand  für die Herstellung ist  gering, aufwendiger ist die Organisation der Verteilung der Tüten.

 

 

3. Internationaler Frauentag

 

Zum 8. März 2010, dem internationalen Frauentag, hat das Projekt Frauen aktiv gegen Atomenergie Frauen und Frauengruppen dazu aufgerufen den Tag als Frauenaktionstag gegen Atomenergie zu nutzen. Die Idee war, dass dezentral an verschiedenen Orten Frauenaktionen stattfinden sollten, um auf die überwiegend ablehnende Einstellung von Frauen gegenüber Atomenergie aufmerksam zu mache.

Bundesweit wurde ein Aufruf an Frauengruppen und Frauenbeauftragte versandt und für die Teilnahme geworben. Zur Unterstützung der aktiven Frauen, wurde eine Sammlung von Aktionsvorschlägen zusammen gestellt und ein „Infopaket“ mit Materialien für Infostände und Veranstaltungen versandt. Die von uns entwickelten Aktionsvorschläge erwiesen sich als sehr hilfreich, fast alle im Rahmen des Aktionstags durchgeführten Aktionen basierten auf diesen Vorschlägen.

 

Schritte:

  • Mögliche Adressantinnen identifizieren
  • Motto festlegen
  • Ideen für den Tag entwickeln
  • Aufruf schreiben und Ideen konkretisieren, konkrete Handlungsvorschläge machen
  • Verteiler mit Adressantinnen erstellen (Frauengruppen, Frauenbeauftragte, Frauenpolitikvertreterinnen, …)
  • Aufruf verbreiten
  • Rückmeldungen beantworten
  • Bei Nicht-Rückmeldungen nachhaken
  • Aktionsvorschläge erstellen und versenden (hierbei sind auch Tipps und Hinweise zum Umgang mit der Presse wichtig)
  • Informationsmaterialen zusammen stellen
  • Mitmachende bei der Planung unterstützen
  • Informationspakete an Aktive versenden (spätestens 2 Wochen vor dem Aktionstag)
  • Presse informieren
  • Evtl. eigene Aktion durchführen
  • Feedback an Beteiligte geben und Feedback einholen und Aktionen auswerten

 

 

Finanzieller Aufwand: Kosten für Aktionsmaterialien und Versand variieren je nach Menge.

Der Zeitlicher Aufwand  ist ziemlich hoch, da viel Mobilisierung und Kommunikation notwendig ist. Die Erstellung von Aktionsvorschlägen und Handreichungen kostet einige Zeit und ein relativ langer Vorlauf ist nötig.

Personalaufwand: Vergleichsweise gering, da die Durchführung der Aktionen von den Menschen vor Ort übernommen wird.

 

 

4. Infostände

 

Möglichkeiten für Infostände, durch die  ein interessiertes Publikum erreicht werden kann, bieten sich zum Beispiel bei Veranstaltungen. Für Infostände können folgende Vorbereitungen hilfreich sein.

  • Termin für Infostand finden, z.B.  Markt /Festival/Demo/Veranstaltung
  • Motto überlegen
  • Klären, wer angesprochen werden soll
  • Überlegen, wie  die Zielgruppe angesprochen werden kann
  • Ideen sammeln, interaktive Elemente entwickeln (z.B. Spiele, Mitmachaktionen, Quiz, Fotoaktionen)
  • Ideen auf Umsetzbarkeit prüfen
  • Infostand anmelden
  • Standpersonal organisieren
  • Informationsmaterialien zusammen stellen
  • Aktivitäten und Elemente vorbereiten (z.B. Quizfragen entwickeln, Gewinne organisieren, Fotowand erstellen …)
  • An- und Abtransport organisieren

 

Finanzieller Aufwand: relativ gering, meist fällt eine Standgebühr an, das Informationsmaterial muss erstellt werden und eventuelle Spiele, Infotafeln o.ä. müssen hergestellt werden.

Organisationsaufwand: Da für  die gesamte Länge der Veranstaltung sowie für den Auf- und Abbau  genügend Personal zur Verfügung stehen muss, ist der Organisationsaufwand ziemlich hoch. Die Organisation der Infrastruktur ist relativ aufwändig, auch abhängig davon, ob ein Stand gestellt wird oder selber organisiert werden muss.

 

 

5. Streetperformance

 

Eine gute Möglichkeit, um das Thema öffentlichkeitswirksam und kreativ zu bearbeiten und den Forderungen Ausdruck zu verleihen ist eine Performance, die in öffentlichen Räumen, bei Demos, bei Veranstaltungen oder Presseterminen aufgeführt werden kann.

  • Idee formulieren und Mitstreiterinnen finden
  • Ort, Zeit und Anlass für die Aufführung der Performance festlegen
  • Performerin/ Regisseurin/ erfahrene Theatermacherin engagieren/einbinden
  • Treffen vereinbaren und dort eine Idee gemeinsam entwickeln
  • Idee skizzieren und auf Umsetzbarkeit prüfen (gibt es genügend Personen, welches Material wird gebraucht, sind die benötigen Requisiten verfügbar und transportabel, wie viel Platz wird gebraucht, wenn die Performance draußen aufgeführte werden soll: sind die Kostüme und Requisiten wetterfest?, …)
  • Proben organisieren und proben
  • Prüfen, ob die Botschaft verstanden wird (am besten „Publikum“ von außen einladen)
  • Liste der zu besorgenden Materialen erstellen
  • Materialen und Kostüme besorgen
  • Für die Dokumentation der Performance sorgen (Foto und Film)
  • Überlegen, ob und wie die Personen geschminkt werden sollen
  • Treffpunkt und –zeit für den Tag der Aktion festlegen, genügend Zeit für Vorbereitung (Umkleiden, schminken, Anreise, Absprachen, letzte Probe etc.) einplanen

 

Finanzieller Aufwand: Abhängig von der  Aufwändigkeit der Kostüme, des Schminkens und der Requisiten, zusätzlich können Kosten für eine professionelle Regisseurin anfallen

Organisationsaufwand: hoch, da die Ideenentwicklung und die Proben viel Zeit kosten und für die Anreise der Teilnehmenden und für den Kontakt zu ihnen  viel Koordination nötig ist.